Let´s Play Tutorial [Deutsch]

In diesem Tutorial möchte ich erklären was genau ein sogenanntes “Let´s Play” (kurz LP) ist und wie man ein solches selber erstellen kann. Ausserdem liste ich einige Tools auf, welche euch bei der Erstellung des Let´s Plays helfen können.

Natürlich ist dieses Tutorial nur als Anreiz und Hilfestellung/Erklärung gedacht und bedeutet nicht das man ein Let´s Play nicht auch auf andere Weise oder mit anderen Tools erstellen kann.

Die Grundlagen

Ein Let´s Play ist ein Gameplay Video welches vom Spieler aufgezeichnet und dabei möglichst komplett moderiert wird. Ein Gameplay Video welches nicht moderiert wird nennt man im Allgemeinen “Walkthrough” Es gibt eigentlich keine direkten Regeln was die Moderation des Spieles angeht. Genauso ist die Laufzeit eines Let´s Play Videos nicht wirklich vorgeschrieben. Die meisten LPs sind mit Sicherheit auf der weltweit größten Videoplattform “YouTube” zu finden. Da es auf YouTube früher nicht möglich war (ausser bei speziellen Youtube – Partnern) ein Video hochzuladen was länger als 15 Minuten ist, hat es sich unter vielen “Let´s Playern” eingebürgert, diese Laufzeit von ca. 15 Minuten oft als Vorgabe zu nehmen. Mitlerweile kann man auf YouTube auch als “normaler User” längere Videos hochladen, nachdem man sein YouTube Konto dafür aktiviert hat.

Was ist zu beachten?

Bevor man loslegt sollte man einige Dinge beachten. Es macht keinen Sinn ein Let´s Play aufzuzeichnen, wenn man nicht die nötigen Ressourcen dafür hat. Man sollte einen Rechner benutzen, welcher in der Lage ist ruckelfrei zu Laufen. Denn während ein Game läuft und die Videoaufzeichnung dazu kommt kann es bei schwachen Rechnern logischerweise zur Instabilität oder zum kompletten Zusammenbruch kommen. Es sollte auch genügend Festplattenspeicher vorhanden sein um alle Video- und Audioaufnahmen speichern zu können. Diese können bei einem langen LP – Abend locker mal mehrere Hundert Gigabyte groß werden! Des weiteren sollte man die Aufzeichnung auch nicht unbedingt auf der gleichen Festplatte speichern auf welcher das Betriebssystem oder das Spiel liegt, welches gerade gespielt wird. Das könnte nämlich auch zu starken Rucklern und Problemen führen.

Um eine möglichst authentische, Knatter- und Rauschfreie Sprachaufzeichnung zu bekommen sollte man ein gutes Headset oder gar ein Großmembran/Studiomikrofon nutzen. Denn eines der essentiellsten Dinge bei einem LP ist die Stimme des Kommentators. Es empfiehlt sich natürlich auch die LP – Aufzeichnung nicht gerade in einem Raum mit 20 schreienden Kleinkindern, einer alten Nachbarin die wiedermal ihr Hörgerät verlegt hat und deswegen die Talkshow zu laut aufdreht und einer neu gebauten Autobahn die durchs offene Fenster kreischt zu machen. Das könnte einige qualitative Probleme mit sich führen. Zu weiteren technischen Aspekten und auf Tools, die ihr nutzen könnt, komme ich später im Verlauf dieses Tutorials zurück.

Beim berühmten “Ersten Mal” … also beim ersten LP Video sollte man nicht unbedingt ein Spiel wählen, welches man noch nicht kennt. Man sollte es zumindest einmal durchgespielt haben und die grundlegenden Dinge kennen. Es gibt für den Let´s Player nichts peinlicheres, und für den Zuschauer nix nervigeres, als ein Let´s Player, der erstmal eine ganze Folge lang schaut wo er eigentlich lang muss (so wie T3T). Das kann am Anfang bei einem neuen Spiel durchaus passieren, da man in der Regel beim ersten Video etwas nervös und aufgeregt ist. Das ist aber völlig normal. Dies ist auch der Grund warum man nicht mit einem sogenannten Let´s Play [Blind] anfangen sollte. Das [Blind] steht, wie ihr sicher schon ahnt, für ein Spiel welches der Let´s Player noch nicht kennt und welches er ohne es vorher angespielt zu haben in einem LP Video durchspielt.

Es ist nicht nur wichtig das man beim ersten LP Video ein Spiel wählt welches man einigermaßen gut kennt, sondern es ist ebenso wichtig das man bei dem gewählten Spiel auch Spaß hat! Ja ihr habt richtig gehört: SPAß! Der Zuschauer merkt in der Regel recht früh wenn ein Let´s Player eigentlich keinen Bock hat, denn meistens kommt das in so einem Video auch rüber. Spaß ist sicher eines der wichtigsten Dinge beim Let´s Playen. Du willst bei einem Spiel Spaß haben, der Zuschauer will auch Spaß haben und wird im Idealfall in deinem Video von deiner Freude angesteckt. Das ist es doch auch worum es geht … unter anderem ;)

Welche Tools kann man für die Aufzeichnung verwenden?

Ich persönlich verwende für die Videoaufzeichnung meiner Let´s Play Videos entweder “FRAPS” oder “Camtasia”. Meistens nutze ich jedoch FRAPS. Erwerben könnt ihr es unter www.fraps.com und es kostet auch nur schlappe 30 Euronen. Camtasia könnt ihr unter www.techsmith.com erwerben. Der ganze Spaß ist dort leider etwas teurer, da es ein noch viel umfangreicheres und professionelleres Programm ist. Man hat zum Beispeil die Möglichkeit seine Aufnahmen in Camtasia direkt zu schneiden und neu zu vertonen. Ausserdem kann das Programm während der Aufzeichnung auf wichtige Inhalte Zoomen und es bietet noch viele weitere Funktionen. Camtasia nutze ich Hauptsächlich für meine Tutorial Videos. Auf der Seite von Techsmith findet sich auch die Software “Snagit”, welche für ca. 50 Euro zu bekommen ist. Mit diesem Programm habe ich selber noch keine Erfahrungen gemacht aber es soll für Screenaufzeichnungen auch sehr gut sein. Gegenüber seinem großen Bruder Camtasia fehlen hier natürlich einige Funktionen. Ausserdem gibt es noch GameCam, welches ich aber bisher auch noch nie genutzt habe.

Eine kostenlose und gute Alternative bietet die Seite www.camstudio.org an. Hier kann man kostenfrei die Software “Camstudio” downloaden. Natürlich ist dieses Programm nicht so sehr umfangreich wie die oben genannten aber es reicht aus um gute Screenaufnahmen zu machen.

Für die Audioaufzeichnung gibt es natürlich auch wieder eine Vielzahl von Programmen im Web. Ich persönlich nutze meistens “Audacity” für meine Sprachaufnahmen und FRAPS für die Video- und Ingamesound Aufnahmen. Audacity könnt ihr ebenfalls völlig kostenlos auf www.audacity.sourceforge.net herunterladen. Es ist sehr einfach zu bedienen, macht selten Probleme, läuft auch bei langen LP Sessions stabil und hält für ein kostenloses Audioprogramm viele Funktionen parat. Ich nutze es nur bei meinen Tutorials nicht, da ich dort, wie schon erwähnt, mit Camtasia arbeite und Camtasia gute (achtung langes Wort!) Audioaufzeichnungsmöglichkeiten beinhaltet.

Meine Let´s play Videos bearbeite und mische ich in “Adobe Premiere CS4″ ab. Man kann natürlich auch ein Mischpult etc verwenden und es Live machen, aber so groß hab ich es dann doch nicht aufgefahren ;) Ich besitze auch den Avid Media Composer aber nur Adobe Premiere kommt mit den FRAPS Dateien zurecht, da FRAPS (zumindest in meiner Version) unkomprimierte Dateien in einem merkwürdigen AVI Container rausspuckt, womit nicht jedes Programm zurechtkommt. Bei Adobe Premiere gibt es eigentlich keine Probleme, nur das Programm ist recht teuer, da es aus dem Profisegment stammt. Man kann es wie viele andere Programme kostenlos als Testversion bei Adobe.com herunterladen oder, sofern man Glück hat, eine günstige Version auf Ebay ergattern.

Sollte man auch hier ein kostenloses Programm bevorzugen kann man zu “VirtualDub” greifen. Dies ist ein kostenloses Videoschnittprogramm, mit dem ich selber bisher leider noch keine Erfahrungen gesammelt habe. Ich bin mir auch nicht sicher ob VirtualDub die FRAPS Dateien “frisst” ohne sie vorher konvertieren zu müssen. Ich weiss aber das es von vielen Usern oft genutzt und gelobt wird, weswegen ich es hier mal als mögliche Option mit aufzähle. Zu finden ist es unter www.virtualdub.org .

Bevor ich die Videos hochlade konvertiere ich sie meistens zu MP4 h264 Dateien. In der Regel in Full HD Auflösung, sprich 1920 mal 1080 mit 25p Frames (Einzelbilder pro Sekunde). Bei größeren und längeren Videos kann es auch mal vorkommen das ich sie nur in 1280 mal 720 rausrendere. Für den Konvertierungsprozess nutze ich entweder das Programm “Sorensen Squeeze” welches ihr unterwww.sorensonmedia.com findet, oder ich nutze das kostenlose aber sehr gute “XMedia Recode”, welches ihr unter www.xmedia-recode.de findet. Ebenfalls kostenlos und sehr gut ist “SUPER!” … ja nich super, das programm heisst so. Ihr könnt es hier www.erightsoft.com herunterladen. Es besitzt für ein kostenloses Programm wirklich irre viele Konvertierungsoptionen. Auch sehr gut aber wiedermal teuer ist der “ProCoder” von Grass Valley.

Solltet ihr mal Audiodateien konvertieren wollen oder müssen würde ich den “Spesoft Free Audioconverter” empfehlen, welcher, wie der Name schon sagt, auch kostenlos ist. Ihr findet ihn auf www.spesoft.com .

Der nächste wichtige Part ist die Hardware zur Audioaufnahme. Kurzgesagt nen Mikro und natürlich ne Soundkarte die mit dem Mikro klarkommt. Als Mikofon habe ich lange Zeit nur das Headset Mic genutzt, was auch in Ordnung geht, solange man sich kein 10 Euro Headset dafür zulegt. Denn das wird in der Regel eine Folter für deine eigenen Ohren und vor allem für die Ohren deiner Zuhörer/Zuschauer. Also mit einem zu schlechten Headset wird man sicher keine guten Chancen haben. Im Umkehrschluss ist ein gutes Headset, bzw. ein Headset mit gutem Mikro keineswegs teuer. Das “Logitech G35″ ist zum Beispiel recht bekannt für seine guten Eigenschaften. Ihr könnt es unter Anderem auf Amazon.de für knapp unter 100 Euro finden. Es reicht sicherlich auch ein 40 Euro Headset, nur sollte man bei der Wahl des Mirkofons wirklich nicht sparen … man wird es sonst bereuen. Ich habe seit vielen Jahren ein Sennheiser Headset in Benutzung, welches schon sehr sehr viel mitgemacht hat. Es funktioniert immer noch und bietet eine recht passable Qualität. Man kann es in meinen ersten Let´s Plays von Guild Wars und Portal hören.

Eine andere Möglichkeit ist ein Großmembran/Studiomikrofon. Diese spielen aber meistens in einer höheren Preisklasse, zumindest die profi Mics. Es gibt aber auch hier gute und günstige Versionen wie zB das T-Bone SC 440 USB welches einfach und ohne Probleme über den USB Anschluss des PCs betrieben werden kann. Es kostet einzeln ca. 60 Euro und im sogenannten “Podcast Bundle” knappe 90 Euro. In dem Bundle gibt es zusätzlich einen Popschutz, nein hat nichts mit Geschlechtsverkehr zu tun sondern dient dazu die Zisch-, Schnalz- und Poplaute, die man beim Sprechen macht, zu unterdrücken. Ausserdem beinhaltet es einen Mikrofonstativ und die Software Magix Samplitude 11 als Lite Version. Das T-Bone ist recht robust und stabil, es hat leider etwas Grundrauschen, was man aber in einem LP kaum hört und welches man in Audacity einfach entfernen kann. Zu finden ist das Mikrofon + das Bundle aufund www.thomann.de dort seht ihr auch die teuren profi Vertreter eines solchen Mikrofons. Das Rode NT-1 A ist zum Beispiel auch sehr gut. Kostet aber auch einiges mehr und man kann es nicht direkt per USB betreiben, da es wie die meisten profi Mikros einen XLR Anschluss besitzt.

Wie schon erwähnt gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten. Dieses Tutorial ist nicht verbindlich, es zeigt lediglich einige Optionen auf, die ihr nutzen könnt.

Zum Schluss noch einige Tips für den Einstieg

Wenn ihr mit eurem ersten Let´s Play anfangt fühlt ihr euch komisch, nervös, gehemmt. Man sitzt alleine vorm Rechner. Man weiss aber das eventuell viele Leute dieses Video sehen werden. Es geht ja schliesslich an die Öffentlichkeit. Man macht sich selber verrückt und will auf keinen Fall Fehler machen, bei dem ersten Video.

Aber wisst ihr was? Geht es locker an, ganz easy! Wenn ihr euch wirklich nicht sicher seid macht ihr ein paar Testaufnahmen um euch daran zu gewöhnen und schaut euch diese auch selber an um zu sehen was ihr verbessern könnt. Ihr müsst die Testvideos ja nicht gleich hochladen und veröffentlichen. Ich war vor einiger Zeit in genau der selben Situation. Macht euch nicht verrückt. Es ist noch kein Let´s Player vom Himmel gefallen (hab ich zumindest noch nicht gesehen). Klar ist, das das Spiel wichtig ist, wie ihr es zeigt, wie ihr sprecht. Es geht um eine Präsentation eines Spieles. Ihr wollt eure Zuschauer unterhalten. Dazu müsst ihr eigentlich nur locker sein und Spaß am Spiel haben. Das überträgt sich auf den Zuschauer und nach den ersten zwei bis drei Videos sollte dies dann auch problemlos klappen ;)

Ich hoffe das euch dieses kleine Tutorial geholfen hat und wünsche allen viel Spass und Erfolg bei euren Let´s Plays!

About these ads

2 Antworten

  1. Brook

    endlich mal eine richtig gute seite :D … suchte schon lange nach so einer seite … ich hab aber noch eine frage : kann ich als micro auch das integrierte micro von meiner webcam nutzen ?es hat einen wirklich guten sound und wenn ich an der tastatur bleibe, dann habe ich eine stabile und gute tonaufnahme …

    16. Mai 2012 um 17:46

    • Danke Dir! Generell kannst du jedes Mikro nutzen. Das einzigste Problem ist das billige Mics oft eine schlechte Qualität haben. Wenn dir die Qualität deines Webcam Mikros genügd kannst du es natürlich verwenden. Das sollte kein Problem sein.

      16. Mai 2012 um 20:23

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.